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Robin Plattner
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Es geht mit einem neuen Trainerteam weiter bei den SKV-Handballern

Nachdem die Saison wegen der Corona-Pandemie im März abgebrochen wurde, schlossen die SKV-Handballer als Tabellenelfter die Bezirksoberliga (BOL) ab. Es folgte eine Zeit ohne Kontakt untereinander und ohne das Wissen, wer zukünftig das Team trainieren würde. Nun geht es jedoch wieder vorwärts mit unserer Mannschaft (den Racoons). Mit Hamdi Laribi als Trainer und Timo Heuft als Co-Trainer wurden zwei neue Verantwortliche gefunden, die das Team nach der langen Pause wieder aufbauen und auch auf die kommende Saison (wann immer diese auch startet) vorbereiten sollen. Hamdi Laribi war in der Jugend Nationalspieler in Tunesien, ehe ein Verkehrsunfall seine weitere Karriere beeinflusste. Seine vorhergehende Trainerstation war die HSG Dreieich. Der Kader besteht derzeit noch zu großen Teilen aus den Spielern der Vorsaison, wobei bis zum Rundenstart noch nach 2 bis 3 Neuzugängen gesucht wird, um die Qualität des Kaders zu erhöhen und in der BOL nicht wieder gegen den Abstieg spielen zu müssen. Co-Trainer Timo Heuft widmet sich hauptsächlich dem Fitnesszustand der Spieler. Konzept des Trainerteams ist es, Disziplin, Wille, als auch Spielgedanke und Spielwitz zu vertiefen, um dann geschlossen als Mannschaft aufzutreten. Es gilt die Fähigkeiten des einzelnen Spielers im Sinne des gesamten Teams zu verbessern. Hier hakte es vor allem in der Rückrunde der vergangenen Saison. Erfolgreich will man durch schnelles Tempospiel und gutes Angriffskonzept sein.

                            

                            Der neue Trainer der M1 Hamdi Laribi

 

2017    Jubiläum: 50 Jahre Südwestdeutscher Meister

Vor 50 Jahren wurden die A-Jugend-Handballer der SKV Südwestdeutsche Meister im Feldhandball

Die Mischung hat's gemacht



Meisterliche Truppe: Dieses Mannschaftsfoto wurde vor dem Endspiel gegen die Mannschaft des SC Saargold Lisdorf aufgenommen
Die Spieler (von links, stehend) waren: Helmut Wenner, Klaus Werner, Dieter Landau, Klaus Bücking, Horst Wohner, Roland Schanzer, Dieter Cistecky, Roland Mayer, Hans Zwiesele, Wolfgang Sporer, Heiz Löber und Wolfgang Kindinger 


Fangesänge, Schlachtrufe und tosender Applaus - 22000 Zuschauer sitzen auf den Rängen und schauen sich gebannt ein Handballspiel an. Kann das denn sein? In der heutigen Zeit sind solche Zuschauermassen utopisch. Bis Ende der 60er Jahre war Handball, als draußen auf dem Großfeld gespielt wurde, der Spitzensport nach Fußball.
Vor solch einer Kulisse spielten die Mörfelder A-Jugend-Handballer am 23. September 1967 im Stadion des OFC am Bieberer Berg. Dort bezwangen sie im Vorspiel zur Deutschen  Feldhandball-Meisterschaft den TSV Langenthal (Hofgeismar) mit 22:14 und holten sich den Hessenmeister-Titel.

Die Erfolgsserie begann mit dem Sieg am 2. September und dem gewonnenen Titel der Bezirksstaffel West gegen die TG Rüsselsheim und der am 10. September gewonnenen Bezirksmeisterschaft gegen den TV Schweinheim. Am 16. und 17.09. 1967 errangen die Jungs den Südhessenmeistertitel und siegten gegen den SV Wicker und die SG Dietzenbach.
Nach dem Hessenmeistertitel gegen den TV Langenthal empfing man im Mörfelder Waldstadion, im Halbfinalspiel, den Rheinhessenmeister BSC Mombach. Die Mombacher Mannschaft hatte in diesem Spiel nicht den Hauch einer Chance und musste sich der hoch überlegenen Mörfelder Mannschaft mit 12:1 geschlagen geben.

Am 8. Oktober 1967 machte man sich, begleitet von ca. 100 Schlachtenbummlern, auf den Weg nach Saarlois. Im dortigen Choisy Stadion fand das Endspiel um die Südwestdeutsche Jugendmeisterschaft im Feldhandball gegen die Mannschaft des SC Saargold Lisdorf statt.
Der Gegner, so stand es auf den Plakaten, war Saarlandmeister 1966 und 1967 sowie Pokalsieger 1967 und machte gehörigen Eindruck auf die Mörfelder Mannschaft und deren Anhänger. In der ersten Halbzeit zeigten beide Mannschaften ihr Können. Der ausgeglichene Spielverlauf spiegelte sich im Halbzeitstand, der mit 7:6 für die Mörfelder zu Buche stand. Im zweiten Spielabschnitt überzeugte der Mörfelder Abwehrblock und was auf das Tor kam war sichere Beute des gut aufgelegten Torwartes Klaus Werner, der erneut sein Können unter Beweis stellte und wiederum einen 14m Strafwurf parierte - es war der 19te im Verlauf der Runde.
Der Angriff baute kontinuierlich den Spielstand aus, so dass es zu einem ungefährdeten 12:7 Endstand kam. Getragen von der Euphorie der 100 Schlachtenbummler gewannen die damals 18 jährigen den harten Kampf um die Meisterschaft und errangen den bis dahin größen Erfolg der SKV Vereinsgeschichte.

Das Spiel um die Hessenmeisterschaft und das Süd-West-Endspiel waren Teil einer traumhaften Saison, an die sich das Team immer noch gerne erinnert.

Anlässlich des 50 jährigen Jubiläums traf sich die Mannschaft mit ihrem damaligen Trainer in der Vereinsgaststätte "Zum Sattler" und schwelgte in Erinnerungen. Wenn man die gestandenen Männer von heute sieht und sie von ihren Triumphen erzählen, kommen die stolzen, jungen Burschen von einst wieder zum Vorschein. "Wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft. Das hat uns stark gemacht", erzählt Torwart Klaus Werner.
Die Jungs kannten sich aus der Schule und wurden schließlich durch den Sport dicke Freunde. Da gab es den Torschützenkönig Horst Wohner, der im Angriff einsame Spitze war, in überregionalen Auswahlmannschaften mitwirkte und fast in der Nationalmannschaft gelandet wäre. Den Weitwurfspezialisten Heinz Löber, der, wenn es mal klemmte, mit Fernwürfen die nötigen Tore erzielte. Die Abwehrspezialisten Roland Mayer und Wolfgang Kindinger aus Nauheim ergänzten die Truppe. Sie verliehen der Abwehr die notwendige Sicherheit. "Heute muss man groß sein, damals flink und geschickt", erzählt Mayer. Geschuldet war das dem nassen und dreckigen Ball sowie dem unebenen Rasen. Mayer griff sich oftmals den stärksten Angreifer der gegnerischen Mannschaft und verdammte ihn zur Wirkungslosigkeit.

Viele gegnerische Mannschaften hatten nur einen angriffsstarken Spieler, die SKV-Handballer gleich mehrere. Die Mischung aus Freundschaft, Teamgeist und Willen machte die Mannschaft so erfolgreich. Sie selbst hatten aber nicht mit solch einer Erfolgsserie gerechnet, so Dammel.
Zu Beginn der 70er Jahre zeichnete sich das Ende des Feldhandballs ab und damit auch das Ende der Mannschaft. Im Winter konnten die Handballer erst kurz vor Mitternacht in der einzigen Halle in Groß-Gerau trainieren.

Mit dem Bau von mehr Sporthallen wurde der Feldhandball vom Hallenhandball abgelöst. "Das war für den Zuschauer attraktiver, da viel mehr auf dem Platz passierte. Beim Feldhandball standen die Spieler teilweise länger, da sich nur sechs Spieler in einem Spieldrittel bewegen durften."
"Den endgültigen Todesstoß gaben die skandinavischen Handballnationen dem Feldhandball" so Dammel. Diese konnten nämlich nur in der kurzen Sommerzeit draußen trainieren. Dadurch blieben sie irgendwann den Meisterschaften fern und der Sport verschwand mit der Zeit auch in Deutschland.




Beim Treffen im Sattler waren anwesend (vlnr.): Bernhard Domes, Horst Wohner, Roland Mayer, Dieter Dammel, Klaus Werner, Helmut Wenner, Klaus Bücking, Wolfgang Kindinger und Wolfgang Sporer

 

Quelle: Freitagsanzeiger, Dieter Dammel
Fotos: fa, Doreen Dormehl